Canine Hüftgelenksdysplasie und Ellebogendysplasie

 

Zum Glück sind nur wenige Aussies von diesen erblichen Krankheiten des Hüftgelenkes und des Ellenbogengelenkes betroffen. Neben erblichen Faktoren spielen auch einige von außen kommende Einflüsse, wie Fütterung und Belastung im 1.Lebensjahr, eine wichtige Rolle bei der Ausprägung von HD und ED.

Damit das auch weiterhin so bleibt und der Anteil an Australian Shepherd, die keine gesunden Hüften haben, weiter gesenkt werden kann, sind die Züchter auf Informationen über den Hüft- und Ellbogenstatus möglichst vieler Hunde angewiesen - auch der Aussies, mit denen nicht gezüchtet werden soll.

 

 

HD- und ED-Röntgen

Der Zustand der Hüft- und Ellbogengelenke kann nur durch eine Röntgenuntersuchung beurteilt werden. Um verlässliche Ergebnisse zu erhalten, muss der Hund natürlich ausgewachsen sein. Deshalb schreibt der CASD/VDH ein Mindestalter von 15 Monaten vor, viele Tierärzte raten sogar dazu, besser bis 18 Monate zu warten. Bei der OFA werden erst 24 Monaten die Röntgenaufnahmen für eine endgültige Auswertung akzeptiert. Bevor man allerdings zum Röntgen geht, sollte man sich die entsprechenden Formulare vom CASD/VDH oder der OFA schicken lassen. Sobald diese eingetroffen sind, kann man einen Termin bei einem entsprechend ausgerüsteten Tierarzt vereinbaren. Es besteht außerdem die Möglichkeit, die Röntgenaufnahmen direkt zu einem Auswerter der GRSK zu schicken.

Am Tag des Röntgens darf der Hund nichts zu fressen bekommen, da er für ein auswertbares Bild eine kurze Narkose erhalten muss. Die Röntgenbilder werden zusammen mit den ausgefüllten Formularen zur offiziellen Auswertungsstelle geschickt. Von dort werden die Ergebnisse an den CASD bzw. an den Hundehalter weitergegeben.

 

 

HD- und ED-Ergebnisse

Die meisten europäischen Länder haben ein mehr oder weniger einheitliches Bewertungssystem, nach dem der Zustand der Hüftgelenke eingeteilt wird:

 

OFA
(USA)

FCI
(Europa)

BVA
(Großbritannien/Australien)

SV
(Deutschland)

excellent
A-1 (HD frei)
0-4 (nicht > 3/Hüfte)
Normal
good
A-2 (HD frei)
5-10 (nicht > 6/Hüfte)
Normal
fair
B-1 (Übergangsform)
11-18
Normal
borderline
B-2 (Übergangsform)
19-25
Fast Normal
mild
C (leichte HD)
26-35
Noch Zugelassen
moderate
D (mittlere HD)
36-50
Mittlere
severe
E (schwere HD)
51-106
Schwere

 

In den USA gelten Hunde als HD-frei, deren Hüftgelenke als excellent, good oder fair ausgewertet wurden. Der ASCA empfiehlt nur mit solchen Hunden zu züchten. Im CASD sind Aussies noch mit leichter HD (HD C) zur Zucht zugelassen, wenn sie mit einem HD-freien Hund verpaart werden.

 

Bei den ED-Graden wird bei der OFA und auch in Europa zwischen normal (Grad 0) und den Graden I bis III unterschieden. Nur ED normal bzw. Grad 0 ist ein gesundes Ellenbogengelenk.

 

ED-Grad Befunde
Grad 0: keine Arthrose, normales Gelenk
Grad I: weniger als 2 mm hohe Zubildungen irgendwo am Gelenk (leichte Arthrose), und/oder Knochensklerose der Incisura trochlearis und/oder deutliche Stufe zwischen Radius und Ulna
Grad II: 2 bis 5 mm hohe Zubildungen irgendwo am Gelenk (mittlere Arthrose)
Grad III: mehr als 5 mm hohe Zubildungen (schwere Arthrose), eindeutiger Nachweis einer Primärläsion wie LPA, FPCM oder einer OCD. In Deutschland führt der Nachweis einer Primärläsion mindestens zu ED Grad 2. Gemäss IEWG wird ausschliesslich der Schweregrad der Arthrose als Grad-Kriterium verwendet, der Nachweis einer Primärläsion wird gesondert auf dem Zertifikat vermerkt.

 






Links:

Arche Nienaber (HD)

Ellbogengelenksdysplasie beim Hund (Deutscher Retriever Club)