Was zeichnet einen guten Aussie-Züchter aus?
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Wie schon beim Thema "Vereine" erwähnt, sind ASCA-Papiere (gemeint ist hier die Registrierbescheinigung) kein Qualitätsmerkmal. Sie sagen nichts darüber aus, unter welchen Bedingungen ein Welpe aufgezogen wurde, welche Gesundheitstest die Eltern nachweisen können, nach welchen Kriterien ein Züchter seine Verpaarungen plant oder ob eine Hündin gar als Zuchtmaschine missbraucht wird. ASCA-Papiere für einen Wurf zu bekommen, ist sehr einfach und deshalb gibt es eigentlich keinen Grund dafür, ohne Papiere zu züchten.
Was bedeutet das aber für Welpenkäufer? Wie kann man dann beurteilen, ob ein Züchter zu den verantwortungsvollen zählt, die ihr Bestes geben, dass die von ihnen gezüchteten Welpen gesund sind, ein sicheres, aussietypisches Wesen haben und auch wie ein Aussie aussehen?
Sicher gibt es sehr viele unterschiedliche Meinungen, was einen guten Züchter auszeichnet, aber es gibt gewisse Grundvoraussetzungen, die jeder Züchter erfüllen sollte:
| 1. | Die Zuchttiere sind nachweislich gesund und wurden auf die häufigsten Krankheiten von Spezialisten untersucht. Hüftdysplasie (HD): Ein Zuchthund muss HD-frei sein. Dazu wird der erwachsene Hund unter Narkose geröntgt und die Röntgenbilder von einem Spezialisten (offizieller Auswerter der GRSK oder der OFA) ausgewertet. Mehr dazu hier. Augenerkrankungen: Die häufigsten erblichen Krankheiten beim Aussie betreffen die Augen und führen bei den meisten Krankheiten zu Blindheit. Deshalb sollten Sie einen Welpen nur von Eltern kaufen, die jährlich von einem Ophthalmologen (Facharzt für Augenkrankheiten) untersucht werden, der Mitglied im DOK ist. Nur ein Fachtierarzt besitzt die entsprechende Ausbildung und alle dafür notwenidgen Geräte. Ein Zuchthund muss frei von PRA, CEA, Katarakt und anderen Augenerkrankungen sein. Das Ergebnis wird grundsätzlich auf einem Befundbogen des DOK dokumentiert. EInige Züchter lassen ihre Hunde noch auf ED, Schilddrüsen- und Herzerkrankungen untersuchen sowie Gentests auf den mdr1-Defekt, Katarakt, CEA und PRA machen, je nach vorliegendem Risiko. Mein Tipp: Lassen Sie sich die offiziellen Auswertungsurkunden der Zuchthunde oder Kopien davon zeigen. Sie müssen die Namen und Chip- oder Tätowiernummern der Hunde enthalten. |
![]() Befundbogen des DOK |
| 2. | Die Zuchttiere sind beim ASCA und/oder bei einem FCI-anerkannten Verein registriert. Nur durch eine nachvollziehbare Abstammung kann ein Züchter Rückschlüsse darauf ziehen, welche Eigenschaften in Bezug auf Gesundheit, Wesen und Aussehen ein Aussie äußerlich nicht sichtbar in sich trägt und an seine Nachkommen vererben kann. Jeder Hund zeichnet sich durch äußerllch sichtbare Merkmale wie Fellfarbe, Größe, Gesundeheit und Wesen, dem Phänotyp, und zu einem Teil nicht sichtbar werdenden Erbeigenschaften, dem Genotyp, aus. Eigenschaften der Vorfahren können über Generationen hinweg verdeckt vererbt werden und erst bei den Ururenkeln oder noch später wieder auftreten. Bei Merkmalen wie Fellfarbe oder Rutenform ist das weniger wichtig, aber leider ist das auch bei schwer wiegenden Erbkrankheiten der Fall. Deshalb ist es sehr wichtig, dass die geplanten Zuchtpartner von den vermuteten Anlagen her zusammen passen. Merkmale, die in der Verwandtschaft der Hundeeltern auftreten, können an die Welpen weiter gegeben werden, wenn die Eltern der Welpen die Gene dafür besitzen. Achtung: Damit die Welpen beim ASCA registriert werden können, dürfen die Eltern nicht als "not for breeding" eingetragen sein. "Not for breeding" bedeutet Zuchtsperre und kann nur vom Züchter des Hundes aufgehoben werden. Man erkennt dies daran, dass die Registriernummer ein "N" enthält, also anstelle E160416 hieße es dann N160416. |
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| 3. | Der Züchter kann Ihnen erklären, warum er genau diese Verpaarung gewählt hat. Gründe wie "Der Rüde hat ein so nettes Wesen" oder Weltsiegertitel sind keine ausreichenden Gründe. Sie können einer der Gründe sein, warum genau diese Anpaarung sinnvoll ist, aber es sollte immer die Gesundheit, das Wesen und das Äußere der Zuchtpartner und deren Verwandtschaft als Ganzes gesehen werden und gegeneinander abgewogen werden. Eine Hilfe dabei kann eine Stammbaumanalyse des ASHGI durch C.A. Sharp sein, ersetzt aber nicht eigene Recherchen des Züchters. Seien Sie sehr vorsichtig, wenn ein Züchter Ihnen versichert, dass es keine Probleme in der Verwandtschaft gibt. Entweder der Züchter verschweigt wissentlich etwas oder interessiert sich nicht dafür. Den perfekten Aussie gibt es nicht! Deshalb müssen Verpaarungen sorgfältig geplant werden. |
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| 4. | Nur mit erwachsenen Hunden wird gezüchtet. Australian Shepherds sind Hunde, die lange brauchen, um erwachsen zu werden. Erst bei einem erwachsenen Hund kann man das Wesen und den Körperbau ausreichend beurteilen. Dazu kommt, dass es erbliche Krankheiten gibt, die man bei jungen Hunden noch nicht diagnostizieren kann. Auch Katarakt und Epilepsie entwickeln sich erst im Laufe der Zeit. Dazu kommt, dass eine Hündin vom Wesen her ausgereift sein muss, um einen Wurf gut betreuen und aufziehen zu können. Aus all diesen Gründen sollte einen Hündin frühestens mit 2 Jahren ihren ersten Wurf haben, was auch von den Zuchtvereinen so angeraten wird. Auch ein Rüde ist erst mit frühestens 15-18 Monaten gesundheitlich auf die wichtigsten Dinge untersucht. |
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| 5. | Die Hündin hat ausreichend Zeit, sich von der Aufzucht der Welpen zu erholen. Eine Hündin vollbringt eine körperlich sehr anstrengende Leistung mit der Aufzucht eines Wurfes. Deshalb sollte eine Hündin in der Regel nicht jede Läufigkeit belegt werden, damit sie sich bis zum nächsten Wurf vollständig regenerieren kann. Zudem ist es sinnvoll, wenn die Nachzucht mind. 1 Jahr alt ist, um die Qualität des vorherigen Wurfes beurteilen zu können und gegebenenfalls züchterische Konsequenzen daraus ziehen zu können. |
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| 6. | Die Haltung der Zuchthund entspricht Ihren Vorstellungen von Hundehaltung Legen Sie an die Haltung der Zuchthunde ebenso hohe Maßstäbe an, wie Sie das bei Hunden von Nicht-Züchtern tun würden. Schalten Sie Ihren gesunden Menschenverstand ein! Nur weil eine Hündin Welpen bekommen darf, heißt das nicht, dass die Haltung in einem dunklen Verschlag oder in einem verdreckten Zwinger, weit ab von ihren Menschen in Ordnung ist. Überlegen Sie, ob Sie sich vorstellen könnten, dass genau diese Hündin ihre wäre. Zeigt eine Hündin oder auch der Vater der Welpen Charaktereigenschaften, die Sie bei ihrem Hund nicht haben wollen (egal aus welchen Gründen), dann schauen Sie sich lieber bei einem anderen Züchter um. Ängstlichkeit oder ein übermäßiger Schutztrieb werden meist an die Welpen weiter gegeben und dürfen nicht mit Aufzucht und Haltung entschuldigt werden. |
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| 7. | Show, Arbeit oder Versatility? Durch unterschiedliche Ansprüche von Züchtern an ihre Zuchthunde haben sich beim Australian Shepherd Extreme herausgebildet. Ein Züchter, dem vor allem Erfolge auf Ausstellungen wichtig sind, wird andere Maßstäbe anlegen als jemand, der Aussies für die Arbeit am Vieh züchtet. Deshalb wird beim Aussie häufig zwischen so genannten Showlinien und Hütelinien unterschieden. Bei Aussies aus Showlinien ist ein entscheidendes Selektionsmerkmal der Erfolg auf Ausstellungen, d.h. das äußere Erscheinungsbild spielt eine wichtige Rolle. Ob ein Show-Aussie am Vieh arbeiten kann, ist dagegen für den typischen Show-Züchter unwichtig, was nicht heißt, dass der Hund keinen Hütetrieb hat. Im Gegensatz dazu spielt das Aussehen eines Aussies beim Hüten eine relativ untergeordnete Rolle, so lange der Hund seine Arbeit gut macht und durch seinen Körperbau nicht daran gehindert wird. Viel Wert legt ein Züchter von Hütelinien auf die charakterlichen Eigenschaften und Arbeitsanlagen, die die Arbeit am Vieh verlangen. Neben den Extremen Show- und Hütelinien git es noch Züchter, die sich der Vielseitigkeit (versatility) des Australian Shepherds verschrieben haben. Ihr Ziel sind Aussies, die sowohl arbeiten können oder im Hundepsort erfolgreich sind, als auch auf Shows ein gutes Bild abgeben. Extreme in die eine wie auch die andere Richtung sollen vermieden werden und der Hund in möglichst vielen Bereichen dem Standard entsprechen. Bei anderen Rassen wird hier häufig von "dual purpose" gesprochen. Damit man überhaupt von bestimmten Linien sprechen kann, ist eine Selektion über viele Generationen hinweg nötig. Nur so festigen sich bestimmte, erbliche Merkmale in bestimmten Familien und Verwandtschaftkreisen. Aussies, die über mehrere Generationen in Deutschland gezüchtet wurden, sind meist eine bunte Mischung von Hüte- und Showlinien, so dass die Eigenschaften der Welpen innerhalb eines Wurfes oft beträchtlich variieren können. Fragen Sie den Züchter nach seinem Zuchtziel und wie er in Hinblick darauf seine Zuchthunde und Verpaarungen auswählt. Ein guter Züchter sollte darüber konkrete Vorstellungen haben. Achtung: Häufig wird von Züchtern mit dem Begriff "Therapielinien" geworben. Auch wenn mehrere Verwandte eines Aussies als Therapiehunde arbeiten, kann hier nicht von Therapielinien gesprochen werden, weil die dafür notwendigen Merkmale und Anlagen eines Aussie züchterisch nicht gefestigt sind. |
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| 8. | In welchem Umfeld wachsen die Welpen auf? Wie bei der Haltung der Zuchthunde sollten sie Ihr eigenes Leben als Maßstab nehmen. Je ähnlicher die Aufzuchtbedingungen zu Ihren Lebensumständen sind, desto leichter wird sich ein Welpe bei Ihnen eingewöhnen. Suchen Sie z.B. einen Aussie für die Arbeit auf Ihrem Bauernhof, ist es neben entsprechenden Arbeitsanlagen wichtiger, dass der Welpe schon beim Züchter diverse Großtiere kennenlernt, als dass er sich im Einkaufszentrum wohl fühlt. Sollten Sie dagegen einen aktiven Hund für Ihre Familie suchen und in einem Wohngebiet einer Kleinstadt wohnen, ist es sinnvoll, wenn Ihr Welpe sowohl Kinder als auch das Autofahren bereits beim Züchter kennen gelernt hat. Je mehr ein Welpe in den ersten Wochen seines Lebens in einer für ihn angenehmen Stimmung kennen lernt, desto leichter wird er auch später auf Neues zugehen und mit Stress umgehen können. Neben den ererbten Anlagen ist die Aufzucht beim Züchter in den ersten 8 Wochen entscheidend für ein stressfreies Zusammenleben in den nächsten Jahren. |
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| 9. | Wie werden die Welpen aufgezogen? Gesunde Welpen haben einen angenehmen Welpengeruch, klare, saubere Augen und sind in den wachen Perioden verspielt, aktiv, neugierig und sehen gepflegt aus. Zumindest gegenüber der Züchterfamilie sind sie zutraulich und den Umgang mit Menschen gewohnt. Sie sollten ein hochwertiges Futter erhalten und bei Wurmbefall entwurmt werden. |
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| 10. | Verantwortung des Züchters Ein Züchter sollte sich ein Hundeleben lang für die Nachkommen seiner Hunde verantwortlich fühlen. Auch wenn Sie vielleicht nicht vorhaben, dass der Züchter Ihres Hundes einmal zu Ihren besten Freunden gehört, sollte das Verhältnis doch so gut sein, dass Sie das Gefühl haben, ihn jederzeit anrufen zu können und er Ihnen dann zumindest mit Ratschlägen zur Seite steht. Ein guter Züchter wird sich für seine Nachzucht interessieren, insbesondere für deren Gesundheit. Fragen Sie den Züchter, ob er Ihren Hund wieder zu sich nimmt, wenn sich Ihre Lebensumstände einmal so ändern sollten, dass Sie sich von ihm trennen müssen. |
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